Messehalle 12: Frankfurts neues Schmuckstück

 

Mit dem Neubau der Halle 12 setzt die Messe Frankfurt neue Maßstäbe hinsichtlich Ästhetik, Funktionalität, Ökonomie und Nachhaltigkeit. Nach ihrer Eröffnung zur Automechanika im September 2018 wird sie nicht nur den Schlussstein in der Bebauung des Westgeländes bilden. Mit ihrer imposanten gezackten Fassade aus Glas und Aluminium vollendet die neue Halle auch den Rundlauf der Via Mobile, über deren überdachtes Transport- und Fußwegesystem das moderne Ausstellungsgebäude an die anderen Messehallen angebunden wird.

 

Zweieinhalb Jahre tüftelten mehr als 100 Experten, darunter Architekten des Aachener Büros kadawittfeldarchitektur, Ingenieure, Statiker und andere, an dem 250-Millionen-Euro-Projekt. Im August 2016 übernahmen dann die Baufachleute das Ruder und geben dem Messeareal im Westen Frankfurts bis 2018 ein markantes Gesicht. In Arbeitsgemeinschaft mit Ed. Züblin AG und ENGIE Deutschland GmbH verantworten die Hochbau-Profis von Max Bögl in technischer Federführung die schlüsselfertige Erstellung der neuen Messehalle, die auch Bestandteil des angrenzenden Europaviertels sein wird.

 

 

Gläserner Baukörper mit imposanter Außenhaut

Schon allein durch ihre Größe setzt die Halle 12 inspirierende Akzente: Sie wird rund 248 Meter lang und 118 Meter breit, bei einer Höhe von 30 Metern. Verteilt auf zwei Geschossebenen, die unabhängig voneinander eine flexible Nutzung zulassen, bietet die neue Messehalle mit 33.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche jede Menge Platz und Raum für bis zu 23.600 Personen. Geschossübergreifende Foyers im Osten, Westen und Norden, erschlossen durch insgesamt 18 Rolltreppen, begrüßen die Besucher mit viel Licht und Großzügigkeit. Das Besondere: Zwei Expressrolltreppen im Westfoyer bringen die Menschen ohne Zwischenhalt auf die obere Ebene. Komfort und intuitive Besucherführung spielen im Konzept der Architekten eine wichtige Rolle. Die transparente Bauweise mit großen Glasflächen erzeugt immer wieder neue, spannende Sichtbezüge und Blickachsen und erleichtert so die Orientierung zwischen beiden Ebenen. Freie Ein- und Ausblicke auf das quirlige Messegeschehen gewährt auch die in ihrer Linienführung unverwechselbare Gebäudefassade. Durch eine Linie quasi in zwei Elemente zerschnitten, besteht ein Teil der Außenhaut aus Glas, der andere aus Aluminium. Mehrere verglaste Brückenbauwerke durchdringen als Teil der „Via Mobile“ die Fassade und verbinden die Halle mit dem bestehenden Wegenetz des Messeareals.

 

 

Präzisionseinhub tonnenschwerer Betonbinder

So anspruchsvoll die Architektur ist, so herausfordernd gestalten sich die Bauarbeiten – insbesondere der Transport und Einbau hunderter Fertigteile in verschiedensten Formen und Dimensionen. Präzise gefertigt wurden sie in den Fertigteilwerken der Firmengruppe Max Bögl am Hauptsitz in Sengenthal und am Standort Gera. Die Leichtgewichte unter den Fertigteilen sind zwischen zehn und 20 Tonnen schwer. Die Giganten mit rund 27 Metern Länge wiegen dagegen bis zu 110 Tonnen: Spannbetonbinder, die als Hauptträger für die obere Hallenebene dienen. Nicht nur ihre Anlieferung über eine Entfernung von rund 330 Kilometern zur Baustelle in Frankfurt erforderte ein hohes Maß an Logistik und Know-how. Damit die Betonfertigteile fristgerecht zum Einbau vor Ort zur Verfügung standen, machten sich von April bis August täglich Schwerlasttransporte auf den langen Weg von der Oberpfalz nach Hessen. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 60 km/h dauerte die Fahrzeit zwischen vier und sechs Stunden. Der erste von insgesamt 48 Spannbetonbindern wurde Mitte April angeliefert, der letzte erreichte Ende Juni sein Ziel. Ein gewaltiger Raupenkran mit einer maximalen Traglast von 600 Tonnen hob die tonnenschweren Binder präzise auf die Stützen. Zudem drehten sich bis zu zwölf Krane mit ihren Auslegern auf dem Bauareal und unterstützten in Spitzenzeiten der Rohbauphase bis zu 500 Facharbeiter beim technisch anspruchsvollen Bau des Hallengebäudes.

 

 

Komplexe Stahlbauarbeiten für Halle und Parkhaus

Anfang September konnte der Rohbau abgeschlossen und das Richtfest gefeiert werden. Die Arbeiten auf den Dachflächen und an den Fassaden laufen ebenfalls auf Hochtouren. Unmittelbar dem Rohbau folgend wird zudem im Innenausbau und in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in allen Etagen vom Keller bis zum Dach intensiv montiert und installiert. Neben der zweigeschossigen Messehalle entstehen derzeit auch ein neues Parkhaus mit rund 800 Stellplätzen sowie die Aufnahme der Transport-logistik auf der Südseite des Gebäudekomplexes. Die umfangreichen Stahlbauarbeiten für die Halle 12 und das Parkhaus verantwortet der Stahl- und Anlagenbau der Firmengruppe Max Bögl in Kooperation mit dem Stahlbau der Ed. Züblin AG. Bis zur schlüsselfertigen Übergabe der neuen Messehalle an den Bauherrn im August 2018 wird es in den folgenden Monaten viel zu tun geben.

Broschüren